Studiengänge

Berufsbild

Der Mensch steht im Mittelpunkt der ergotherapeutischen Angebote.

Es handelt sich um eine ganzheitlich ausgerichtete therapeutische Behandlung, die psychologische, pädagogische und soziale Aspekte einbezieht.
Die Ergotherapie – abgeleitet vom Griechischen „ergein“ (handeln, tätig sein) – geht davon aus, dass „tätig sein“ ein menschliches Grundbedürfnis ist und dass gezielt eingesetzte Tätigkeit gesundheitsfördernde und therapeutische Wirkung hat. Mittels Handlungen gestalten Menschen ihre soziale und materielle Umwelt.

Die Ergotherapie arbeitet mit Menschen jeden Alters, deren Handlungsfähigkeit durch Krankheit, Behinderung oder Unfall eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht ist. Vielfach sind die Menschen nicht mehr in der Lage, ihren Alltagsanforderungen gerecht zu werden.

Durch Ergotherapie sollen Menschen ihre Teilhabe (Partizipation) an der Gesellschaft aufrechterhalten oder erweitern und ihre Lebensqualität verbessern können. An der Gesellschaft teilzuhaben bedeutet, in eine Lebenssituation bzw. einen Lebensbereich einbezogen zu sein und diesen mit gestalten zu können.

Die Leistungen der Ergotherapie umfassen die ergotherapeutische Diagnostik und Intervention (Therapie, Beratung, weitere Maßnahmen), welche in der Rehabilitation und Prävention erbracht werden. Aufbauend auf den persönlichen Interessen und den verbliebenen Restfunktionen des Klienten werden seine gewohnten Bewegungsabläufe, seine Persönlichkeit und seine Umwelt in die Therapie mit einbezogen.
Schwerpunkte der ergotherapeutischen Arbeit sind, um nur einige zu nennen:

  • Training der Aktivitäten des täglichen Lebens
  • Motorisch-funktionelles Training
  • Neurophysiologisches Training
  • Neuropsychologisches Training
  • Psycho-soziales Training
  • Beratung des Klienten und seiner Angehörigen (Anpassung der Wohnung und des Arbeitsplatzes)
  • Herstellung praktischer Hilfen und Schienen


DEKRET vom 17. Januar 1997, Nr. 136.
Vorschriften betreffend die Bestimmungen des Berufsbilds und des entsprechenden Berufsprofils des/der Ergotherapeuten/in.

Art. I.

  • Das Berufsbild des Ergotherapeuten wird folgendermaßen definiert:
    der Ergotherapeut ist eine Fachkraft des Gesundheitsdienstes, die im Besitz eines berufsbefähigenden Laureatsdiploms ist. Er ist tätig im Bereich der Prävention, der Pflege und der Rehabilitation bei Personen mit physischen und psychischen Krankheiten und Störungen, sowohl mit vorübergehenden als auch mit bleibenden Behinderungen; dabei verwendet er expressive, manuelle – repräsentative, Spielaktivitäten und Tätigkeiten des täglichen Lebens.
  •  Ausgehend von der vom Arzt erstellten Diagnose und der Verordnung hat der Beschäftigungstherapeut mit seinen Fachkompetenze und in Zusammenarbeit mit den anderen Fachkräften des Gesundheitswesens folgende Aufgaben:
  1.  Er erhebt einen funktionellen und psychologischen Befund des Klienten und erstellt auch mit dem multidisziplinären Team den Behandlungsplan  individuell abgestimmt auf die Bedürfnisse des Behinderten und deren Überwindung, auf sein Streben nach Autonomie im täglichen Leben und seiner Umwelt.
  2. Er behandelt Patienten aller Alterstufen mit vorübergehenden oder bleibenden physischen, psychischen und psychiatrischen Erkrankungen; er arbeitet sowohl mit Einzelpersonen als auch mit Gruppen, in dem er die Wiedererlangung und den optimalen Gebrauch der Funktionen für eine Wiedereingliederung, eine Anpassung und eine Integration in sein persönliches, häusliches und soziales Umfeld fördert.
  3. Er fördert die Motivation und die Anpassungsfähigkeiten des Einzelnen, typische Eigenschaften der Therapie des Beschäftigungstherapeuten.
  4. Er beteiligt sich an der gemeinsamen Auswahl und Planung von Orthesen oder speziellen Hilfsmitteln.
  5. Er schlägt, falls erforderlich, Veränderungen des persönlichen Umfelds vor und arbeitet erzieherisch mit dem Klienten, der Familie und der Gemeinschaft.
  6. Er überprüft ob die Therapie den Anforderungen einer funktionellen und psychosozialen Wiedereingliederung entspricht.
  • Der Beschäftigungstherapeut führt Studien durch, beteiligt sich an Forschungen, unterrichtet und unterstützt in allen Bereichen, in denen seine Fachkompetenz verlangt wird.
  • Der Beschäftigungstherapeut beteiligt sich an der Ausbildung des Hilfspersonals und wirkt direkt bei der Fortbildung das eigene Berufsbild betreffend mit.
  • Der Beschäftigungstherapeut übt seinen Beruf  als Angestellter oder freiberuflich in öffentlichen und privaten Einrichtungen des Gesundheitsdienstes   aus.

Art.2

  • Das Universitätsdiplom des Beschäftigungstherapeuten, aus dem Artikel 6, Komma 3 des gesetzgebenden Dekrets vom 30. Dezember 1992, Nr. 502 und den folgenden Änderungen hervorgehend, befähigt zur Ausübung des Berufs.
  • Das vorliegende Dekret, versehen mit dem Staatssiegel, wird in die „Raccolta ufficiale degli atti normativi della Repubblica italiana“ aufgenommen
    Es ist Pflicht eines jeden dieses Dekret zu befolgen und dessen Einhaltung zu beachten.

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