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Laufende Projekte

 

D2_ZIT Studie Diabetes Typ 2_Zusammenarbeit im Territorium

 

Entwicklung eines patientenzentrierten, interprofessionellen, stagebasierten Versorgungsmodells zur Veränderung des Ess- und Bewegungsverhaltens von Patienten mit Typ 2 Diabetes im Territorium in Südtirol - Eine Mixed-Methods-Studie.

Dieses Forschungsprojekt wird im Rahmen eines Doktorats-Studiums an der UMIT durchgeführt.

Projektleitung

Heike Wieser

Projektteam

G. Piccoliori, M. Siller, L. Zeni, E. Comploj, F. Vittadello, H. Stummer

Projektpartner

UMIT- Department für Public Health, Versorgungsforschung und Health Technology Assessment

Südtiroler  Akademie für Allgemeinmedizin,  SABES –Pflegedirektion, Diabetes Union

Laufzeit

2018-2020

 

Projektbeschreibung

 

Hintergrund

Diabetes Typ 2 (DM2) zählt weltweit zu den vier wichtigsten chronischen Erkrankungen und gilt als grundsätzlich vermeidbar. Wichtige damit assoziierte Risikofaktoren sind Übergewicht und Adipositas, welche unter anderem durch Lebensstilfaktoren, wie Ess- und Bewegungsverhalten mitbedingt werden. Dass eine Gewichtreduzierung und ausgewogene Ernährung sowie eine regelmäßige Bewegung die kardiovaskulären Risikofaktoren senkt ist durch Studien belegt.

Die Gesundheitsversorgung von chronisch kranken Menschen erfordert eine hochentwickelte Zusammenarbeit der verschiedenen Gesundheitsberufe. Derzeit ist noch ungenügend klar, ob eine abgestimmte Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Gesundheitsberufen (Alignement) die vom Patienten durchzuführenden Verhaltensänderungen erleichtern kann. Die Literatur gibt Hinweise, dass eine zwischen Arzt und Patient abgestimmte und koordinierte Versorgungsplanung (Ablauf und Zielklärung) zu besseren klinischen Outcomes, zu höherer Patientenzufriedenheit und besseren Selbstmanagementfähigkeiten führt. Die Interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen sollte nicht getrennt von der zwischen Organisationen untersucht werden.

Diesem Forschungsprojekt liegt als theoretischer Bezugsrahmen das Transtheoretische Modell von Prochaska und Di Clemente zugrunde.

 

Zielsetzung

1. Erheben von Daten zum Ist-Zustand der Zusammenarbeit und Patientenzentrierung bezüglich Veränderung von Ess- und Bewegungsgewohnheiten von Patienten mit DM2 in der wohnortnahen Versorgung durch Allgemeinmediziner, Ernährungstherapeuten und Krankenpfleger. (qualitativ)

2. Erfassen der Bereitschaft zur Veränderung (Stages of Change) (6), Gesundheitskompetenz und Adhärenz von Patienten mit DM2 bezüglich Ess- und Bewegungsverhalten.  (quantitativ)

3. Konzipieren eines interprofessionellen, patientenzentrierten, stagebasierten, wohnortnahen Versorgungsmodells für Patienten mit DM2. (qualitativ-quantitativ)

 

Design/Methode

Es wird ein Exploratory-Sequential Mixed Methods Study design verwendet.

 

Qualitative Phase: In problemzentrierten Einzelinterviews mit, mittels purposeful sampling, ausgewählten Allgemeinmedizinern, Ernährungstherapeutinnen und Krankenpflegerinnen sowie DM2 Patienten in der wohnortnahen Versorgung werden die Themenkomplexe Individualisierung bzw. Patientenzentrierung und Stand der interprofessionellen Zusammenarbeit explorativ ergründet. Sie werden mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet. Hierdurch werden zum ersten Mal Daten gesammelt, wie Veränderungen von Ess- und Bewegungsverhalten bei Patienten mit Typ 2 Diabetes im Kontext betreut/versorgt werden und daraus Maßnahmen für eine zukünftige Implementierung abgeleitet.

 

Quantitative Phase: In einer Fragebogenerhebung in Hausarztpraxen werden DM2 Patienten in fünf verschiedene Stadien der Bereitschaft zur Veränderung ihres Ess- und Bewegungsverhaltens eingeteilt und diese mit ihrer Gesundheitskompetenz verknüpft. Außerdem wird ihre Einschätzung zur Zusammenarbeit der drei eingeschlossenen Gesundheitsberufe erfasst und mit jener der betreuenden Allgemeinmediziner verglichen.

 

Aus beiden Studienphasen werden gemeinsam mit Entscheidungsträgern Maßnahmen für Interventionen konzipiert, die im Kontext umsetzbar sein müssen.

 

Erwarteter Nutzen/Relevanz

Es liegen Daten zur Ist Situation der Versorgung aus Sicht von drei Fachkräften und Patienten mit DM2 vor. Diese werden durch das Erfassen der Veränderungsbereitschaft und Gesundheitskompetenz auf Patientenseite ergänzt und gemeinsam mit Entscheidungsträgern in Interventionen in der wohnortnahen Versorgung übersetzt.

Indem Gesundheitsprofessionen Veränderungen in der Versorgung der DM2 Patienten ermöglicht werden, kann eine Qualitätssteigerung in der Betreuung durch die drei eingeschlossenen Berufsgruppen von DM2 Patienten erzielt werden. Steigt die Qualität in der Versorgung im Territorium, trägt dies indirekt zur Senkung der Hospitalisierungsrate und insgesamt zur Prozessoptimierung im System bei. Indem die zukünftige Versorgung systematisch die Gegebenheiten der Patienten (Stages of change, Selbstmanagementfähigkeiten usw.) einbezieht, wird sich der Grad der Veränderungsbereitschaft erhöhen und eine Verbesserung der Lebensqualität eintreten. Die D2_ZIT Studie wird die von den drei Berufsgruppen und Patienten wahrgenommenen bestehenden Hürden, Hindernisse und Herausforderungen erfassen und analysieren und bei der Pilotierung der Implementierung eines neuen Versorgungsmodells berücksichtigen. Sie strebt eine unter den gegebenen zeitlichen, organisatorischen und personellen Bedingungen machbare Qualitätsverbesserung der territorialen Versorgung für D2 Patienten an.

 

 

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