Fachlaureat in Pflege und Hebammenwissenschaften

Zweck und Beschreibung des Studienganges

Der Studiengang ist in erster Linie auf die Methodik ausgerichtet, da er darauf abzielt, einen systemischen und integrierten Ansatz für Ausbildungs-, Organisations- und Managementprobleme im beruflichen und disziplinären Bereich der Pflege- und Hebammenwissenschaften zu entwickeln.

Die zweijährige Ausbildung ist in Semester gegliedert, wobei im ersten Jahr die konzeptionellen und methodischen Modelle für die 4 Kompetenzbereiche des Fachlaureatsabsolventen und im zweiten Jahr deren Anwendung und Bezugsrahmen unter besonderer Berücksichtigung zukünftiger Arbeitsgebiete vermittelt werden sollen:

  • Forschungsbereich: Forschungsmethodik in der Pflege- und Hebammenwissenschaft, Analyse von Studien in der organisatorischen, pädagogischen und klinisch-professionellen Forschung, Training in der Ableitung von Implikationen für die evidenzbasierte Gesundheitspraxis;
  • Fachlicher Bereich: Theorie und Philosophie der Pflege- und Hebammenwissenschaften, vertiefte Untersuchung relevanter pflegerischer und geburtshelferischer Verfahren, mit dem Ziel der Entwicklung innovativer Modelle, die einen bedeutenden Einfluss auf die Qualität der Patientenbetreuung haben;
  • Managementbereich: Grundsätze und Methoden der Gesundheitsökonomie und -planung, vertiefte Analysen des Verwaltungs- und Arbeitsrechts, vertiefte Analyse der Strategien zur Leitung und Verwaltung von Gesundheitsdienstleistungen auf der Grundlage von Effizienz- und Effektivitätskriterien, Personalmanagement, Gestaltung von Instrumenten der organisatorischen Integration und Bewertung der Qualität von Dienstleistungen;
  • Ausbildungsbereich: Vertiefung der theoretischen Modelle der Sozial- und Gruppenpsychologie, der Theorie der Erwachsenenbildung, der Planung und des Managements von Aus- und Weiterbildungssystemen für Pflege- und Hebammenberufe sowie der Fortbildungsmaßnahmen.

 

AUSBILDUNGSZIELE

Nach Abschluss des zweijährigen Studiums verfügen die AbsolvetInnen über folgende Fähigkeiten:

  • die Entwicklung der Pflegebedürfnisse im berufsbildspezifischen Bereich erkennen und kritisch bewerten, gegebenenfalls auch in Bezug auf die geschlechtsspezifischen Konnotationen;
  • nutzer- und familienorientierte Entscheidungsprozesse fördern;
  • bei komplexen Unterstützungs- und Organisationsproblemen planend und handelnd eingreifen;
  • innovative pflegerische und geburtshelferische Modelle, basierend auf der Analyse der Gesundheitsprobleme und des Dienstleistungsangebots, sowie ein Pflegestandard- und Fachkompetenzsystem aufbauen;
  • Pflegeleistungen mit dem Ziel der Qualitätsverbesserung planen, verwalten und bewerten;
  • bei der Budgetplanung und Kostenverwaltung in Bezug auf Ziele der Wohlfahrts- und Gesundheitspolitik mitwirken;
  • an der Planung des individuellen Pflegebedarfs teilnehmen und den operativen Einheiten auf der Grundlage einer Bewertung der Komplexität und der Bedürfnisse der Patienten zuordnen;
  • die Rekrutierung, Einstellung, Orientierung, das Coaching und die Leistungsbewertung des am Service beteiligten Gesundheitspersonals planen und koordinieren;
  • in Zukunft erforderliche Fähigkeiten/Kompetenzen erkennen, die zur Gewährleistung von Exzellenz und zur Ermöglichung von Neuorganisation oder neuen Dienstleistungen notwendig sind;
  • Arbeitszufriedenheit und -qualität beurteilen und Strategien zur Motivierung und Bindung von Fachkräften entwickeln;
  • die Fähigkeiten der Mitarbeiter zur Steigerung ihres beruflichen Potenzials beurteilen;
  • sicherzustellen, dass das Pflegepersonal und die Koordinatoren in Entscheidungsprozesse einbezogen werden, die praktische Tätigkeit des Personals beeinflussen;
  • Mitwirkung bei der Ausarbeitung eines systematischen Plans zur kontinuierlichen Qualitätsverbesserung und Festlegung gemeinsamer Standards und Indikatoren für die Bewertung sachgerechter Pflege;
  • die für die verschiedenen Berufsbilder relevante Pflegetätigkeiten überwachen und professionelle Beratungstätigkeiten erbringen;
  • verschiedene theoretische Modelle auf den Pflegebetrieb anwenden und die Auswirkungen bewerten;
  • ethische Pflegeaspekte sowie multiprofessionelle und multikulturelle Probleme kritisch analysieren;
  • philosophische und historische Analysen der pflegerischen und geburtshelferischen Ansätze durchführen;
  • die Ergebnisse der Ausbildung planen, implementieren und bewerten;
  • Aus-, Weiter- und Fortbildungskurse planen, die auf die Bedürfnisse der Patienten zugeschnitten sind und im Zusammenhang mit Gesundheits- und Dienstleistungsprobleme stehen;
  • die Fachdidaktik der Krankenpflege bzw. Kinderkrankenpflege im Bereich der Geburtshilfe entwickeln;
  • tutorielle Prozesse zur Erleichterung des praktischen Lernens und zur Sicherstellung qualitativ hochwertiger Praktika für Studierende verschiedener Bildungsstufen (Aus-, Weiter- und Fortbildung) verwalten;
  • in Zusammenarbeit mit anderen Fachkräften Bildungs- und Unterstützungsmaßnahmen für den Einzelnen und die Gemeinschaft zur Selbstverwaltung und Kontrolle von Risikofaktoren und Gesundheitsproblemen planen und durchführen;
  • berufsbildspezifische Forschungsmethoden und -instrumente in den Bereichen der klinischen Versorgung, Organisation und Ausbildung anwenden;
  • spezifische Probleme und Forschungsbereiche in der Klinik, Organisation und Ausbildung erkennen;
  • die Forschungsergebnisse auf die spezifischen Zusammenhänge zur kontinuierlichen Verbesserung der Versorgungsqualität anwenden;
  • berufsbildspezifische und pflegebezogene Forschungs- und Lehrtätigkeit in spezifischen Fachbereichen entwickeln;
  • Informationstechnologie nutzen, um die klinischen Fähigkeiten und Leistungen des Personals zu dokumentieren und zu überwachen, die Auslastung der Abteilungen/Departements und die Pflegestandards definieren.